Ist die Deeksha-Bewegung eine Sekte?
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Häufige Fragen rund um Oneness Deeksha
Ist die Deeksha-Bewegung eine Sekte?
Über fast jede spirituelle Gruppierung wird irgendwann behauptet, sie sei eine Sekte.
Da ich Volljuristin bin, möchte ich diese Frage sehr substantiiert beantworten.
Ich habe daher die Oneness Bewegung unter die Kriterien der Schweizerischen Evangelischen Informationsstelle (www.relinfo.ch) subsumiert.
Eine „Sekte“ - was bedeutet der Begriff genau?
"Das ist eine Sekte" - diese Behauptung kann jedermann einfach aufstellen, fast immer ohne irgendwelche Folgen für ihn selbst. Wer den Begriff Sekte verwendet, ist meist besorgt, dass er selbst oder ein Angehöriger einer Gehirnwäsche unterzogen wird. Wir denken z.B. an die sittsam gekleideten Menschen, die sich an öffentlichen Plätzen die Beine in den Bauch stehen, um religiöse Traktate zu verteilen.
Das Wort „Sekte“ geht auf das lateinische "secta" zurück und bedeutet "sequi" - "folgen" im Sinne von "einem Meister nachfolgen". Nach dieser Definition ist alles eine Sekte, was einen Meister hat, dem man nachfolgen kann. Auch der Papst ist solch eine Meisterfigur, daher fällt auch die katholische Kirche unter diesen Sektenbegriff.
Eine andere Auffassung leitet den Begriff von "secare" - "abtrennen" ab, und zwar im Sinne einer Abspaltung von der Kirche oder von der Gesellschaft. Nach dieser Definition ist alles eine Sekte, was den Anhänger von der Kirche oder von der Gesellschaft abtrennen will. Hier begeben wir uns in den schwammigen Bereich der Interpretation: Denn wann ist der Tatbestand des Abtrennens erfüllt? Das sieht bestimmt jeder anders.
1) Sie hat eine Führungspersönlichkeit, deren Aussagen nicht hinterfragbar sind und der allfällige Verehrung zukommt.
Ja, Sri AmmaBhagavan sind Führungspersönlichkeiten.
Ja, sie werden von den meisten Anhängern verehrt. Man darf sie hinterfragen. Dies hat keinerlei Konsequenzen.
Und man muss sie nicht verehren.
2) Es existieren Regelungen für viele Bereiche des Lebens.
Nein, es gibt keine Regelungen. Es gibt nur Empfehlungen für tägliche Übungen: Meditationsanleitungen, Yoga-Übungen, Verhaltensvorschläge, Teilnahme an Kursen etc.
Wenn man den Empfehlungen nicht folgt, nimmt davon aber niemand Notiz.
3) Es gibt einen Kontrollmechanismus zur Überwachung des Verhaltens der Anhänger.
Dies gibt es in der Oneness Bewegung nicht. Das wäre schon technisch nicht leistbar, denn allein in Indien hat die Bewegung mehrere Millionen (!) Anhänger. Es gibt nicht einmal einen allgemeinen Emailverteiler, so dass sich nicht einmal innerhalb einer Stadt wie Frankfurt alle Deekshageber kennen. Alles ist freiwillig - sonst würde ich auch nicht mitmachen!
4) Die Organisation hat ein Elitebewusstsein.
Nein. Der Organisation ist bewusst, dass andere Organisationen ebenfalls auf das globale Erwachen hinarbeiten. Und wenn die Organisation sich wünscht, dass bis 2012 eine Zahl von 70.000 Menschen erwacht sind, ist das nur die kritische Masse, die erreicht werden soll.
5) Die Außenwelt wird abgespalten, das bisherige Leben wird abgewertet.
Nein, die Außenwelt wird nicht abgespalten, und es wird nichts abgewertet. Im Gegenteil - wir sind ja alle (!) miteinander verbunden, daher wäre es unlogisch, einen Teil abzuspalten.
6) Liebesbeziehungen zu Außenstehenden werden verboten oder geächtet.
Nein, solche Verbote gibt es nicht.
7) Die Anhänger werden zeitlich sehr in Anspruch genommen.
Deeksha-Gebern wird zwar empfohlen, an Trainings teilzunehmen, aber dies ist keine Pflicht, sondern soll ihrem Erwachen dienen. Manche Deeksha-Geber nehmen nie an Programmen teil, und manche geben nicht einmal Deeksha. Dies hat keine Konsequenzen.
Die Oneness Trainer werden gebeten, Menschen in Deeksha einzuweihen und Kurse zum Erwachen anzubieten, und dies kann tatsächlich Zeit in Anspruch nehmen. Aber es gibt keinerlei Druck, wenn Trainer dies nicht tun. Und viele Trainer sind kaum aktiv. Wir selbst geben z.B. nur sehr selten Kurse, weil wir Kinder haben, die wir nicht ständig irgendwo unterbringen können/wollen. Dies hat für uns keine Folgen.
8) Die Anhänger werden finanziell in Anspruch genommen.
Die meisten Kurse kosten Geld, weil den Trainern auch Kosten entstehen (z.B. Raummiete), aber manche Trainer arbeiten auch auf Spendenbasis. Und man muss ja nicht teilnehmen.
Noch mehr Kriterien - sie stammen von www.hilfe24.de:
Die [Sekten-]Zugehörigkeit steigert das Selbstwertgefühl.
Ich vermute, damit ist gemeint, dass bereits die schiere Zugehörigkeit zur Sekte das Selbstwertgefühl steigern soll - so als wäre man etwas Besseres, weil man zur Sekte gehört.
Die Oneness Bewegung ist jedenfalls nicht geeignet, das Selbstwertgefühl in diesem Sinne zu steigern. Dennoch kann das Selbstwertgefühl sich steigern, wenn man an Kursen teilnimmt oder Deeksha erhält. Dies liegt daran, dass Glaubensmuster aufgelöst werden können und die Selbstliebe wächst.
Kritikfähigkeit wird systematisch verdrängt. Es wird kritiklose Identifikation verlangt.
Nein, das ist nicht der Fall. Es gab und gibt Kritiker, und dies bleibt ohne Folgen. Ich (Michaela) bin von Natur aus sehr kritisch, und ich war in Bezug auf die Bewegung schon einige Male so kritisch, dass ich auf Abstand ging. Manche Deekshageber wollten wissen, warum, aber niemand hat versucht, mich "zurückzugewinnen". Irgendwann schmolz mein Widerstand von selbst (ohne äußere Einwirkung), daher bin ich jetzt wieder dabei.
Und dieses "Dabeisein in der Bewegung" ist sehr theoretisch:
Man muss als Deekshageber nirgendwohin gehen und nichts tun - man muss nicht einmal Deeksha geben. Da ist niemand, der einen drängt.
Die Angst der Mitglieder wird hemmungslos geschürt.
Das Gegenteil ist der Fall - sonst würde ich mich distanzieren!
Jede Sekte inszeniert Opfer, übt radikale Opferbereitschaft: Geopfert werden Geld, Beruf, bisherige Beziehungen, Anspruch auf Privatleben, Kritikbereitschaft, Individualismus, bisheriger Name, persönliche Kreativität.
Das Gegenteil ist der Fall - die Anhänger müssen nichts opfern, sind in ihren bisherigen Berufen erfolgreicher als zuvor, ihre Beziehungen verbessern sich eher, als dass sie sich verschlechtern, und sie sind kreativer.
Wie geht die Bewegung mit Aussteigern um?
Zunächst kann man gar nicht ein- oder aussteigen. Man kann die Newsletter abonnieren oder wieder abbestellen, niemand behelligt einen.
Was ist das Ziel der Oneness-Bewegung?
Die Oneness-Bewegung hat die Vision, bis 2012 mindestens 70.000 Menschen in einen erwachten Zustand zu bringen (gerne mehr). Damit soll das globale Bewusstsein angehoben werden. Da wir alle miteinander verbunden ist, erzeugen unsere Gedanken ein kollektives Feld. Wenn viele Menschen einen Bewusstseinszustand von bedingungsloser Liebe und Freude erreicht haben, wirkt sich dies auf das gesamte Feld aus, und zwar ohne dass jemand überzeugt werden muss.
Dies kann sich z.B. so zeigen, dass man plötzlich versöhnliche Gedanken über jemanden hat, den man bisher nicht ausstehen konnte - und man weiß vielleicht nicht einmal, woher der "Sinneswandel" kommt.
Will die Oneness Bewegung eine neue Religion vorgeben?
Nein. Sri AmmaBhagavan arbeiten am globalen Erwachen, aber sie wollen niemanden von seiner eigenen Religion abbringen. Alle Religionen führen zu Gott.
Wie ist die Oneness Bewegung organisiert?
Soweit ich es überblicken kann, gibt es vier Ebenen:
a) oberste Ebene - Sri AmmaBhagavan
Sie sind die Gründer der Bewegung und werden in Indien als Inkarnationen des Göttlichen verehrt.
Sie sind die geistigen Führer, aber sie erwarten nicht, dass man sie anbetet.
b) zweite Ebene - die „Guides“
Die indischen Guides leben als Mönche bzw. Nonnen in einem Orden und arbeiten als Lehrer für Sri AmmaBhagavan. Sie bilden in Indien die Oneness Trainer aus und halten Vertiefungskurse ab.
c) dritte Ebene – die Oneness Trainer:
Sie weihen Deeksha-Geber ein und halten in ihren jeweiligen Heimatländern Kurse ab. Einige dieser Kurse sind nur für Deeksha-Geber offen.
d) vierte Ebene – die Deeksha-Geber:
Deeksha-Geber, die keinen Trainerkurs durchlaufen haben, geben Deeksha – untereinander und an „Uneingeweihte“. Jeder Deeksha-Geber kann jederzeit am Trainerkurs teilnehmen, gleichgültig, wie „frisch“ er eingeweiht ist.
Die Oneness Bewegung verändert sich ständig:
Früher gab es Landeskoordinatoren, welche die Kurse organisiert haben. Dann wurde die Organisation der Vertiefungskurse und Trainerkurse einige Zeit von Indien aus gesteuert: für die internationalen Kurse arbeiten ehrenamtliche Helfer aus verschiedenen Ländern im Büro des Campus, um die administrativen Dinge zu regeln. Nun gibt es wieder Koordinatoren, welche für die Administration zuständig sind.
Jedes Land wird von einem Guide betreut, aber die Deeksha-Geber müssen von sich aus an sie herantreten, wenn sie Unterstützung brauchen. Die Guides üben keine Kontrollfunktion aus.
Wenn man sich als Trainer oder Deeksha-Geber von Oneness abwendet, hat dies keinerlei Folgen.
Was heißt Befreiung vom Verstand? Heißt das etwa, wir verlieren alle den Verstand?
Nein, natürlich nicht. Der Verstand bleibt voll funktionsfähig.
Nach Sri Bhagavan umfasst der Mind nicht nur den Verstand, sondern auch alle Emotionen, Glaubensmuster, Konditionierungen, karmischen Programme etc.
Bei den meisten Menschen ist der Mind selbsttätig - wetten, Sie können länger die Luft anhalten als den Strom Ihrer Gedanken? Nicht wir denken, sondern der Mind denkt uns.
Wir werden von unserem Mind und unseren Konditionierungen hin und her geworfen, geraten von einer Emotion in die nächste, und wir halten diesen "Film" ständig für real. Wir sehen die Welt nicht, wie sie ist, sondern wie wir sind. Wir sind nicht einmal in der Lage, ein Glas Wasser zu trinken, ohne zu denken: "Das ist kaltes Wasser / Das ist warmes Wasser / Das Wasser schmeckt mir" etc.
Befreiung vom Mind heißt in diesem Zusammenhang, den Mind benutzen zu können, ohne von ihm benutzt zu werden. Im Moment reitet uns der Mind - wie ein Esel, den wir auf den Schultern tragen. Wenn wir vom Mind befreit sind, reiten wir auf dem Esel.